KI in der Kreislaufwirtschaft: Vom Rückspiegel zum Kompass

Statt Schäden nur zu verringern, zielt der Cradle to Cradle Ansatz darauf, Produkte von Anfang an positiv und für Kreisläufe zu gestalten. Dahinter steht ein umfassendes Verständnis von Qualität: gesunde Materialien, erneuerbare Energien, sauberes Wasser, soziale Fairness und der Schutz biologischer Vielfalt. Der Mensch wird dabei nicht als Schädling verstanden, der seinen Fußabdruck möglichst klein halten soll, sondern als Nützling, der positiv wirken kann. Die Keynote führt verständlich und ohne Vorwissen in diese Denkschule und dieses Designkonzept ein.
Warum aber ist KI dabei nicht automatisch eine Hilfe? Weil sie aus den Daten lernt, die es bereits gibt – und die stammen überwiegend aus einer Wirtschaft, die Rohstoffe abbaut, verarbeitet und entsorgt. Bittet man eine KI etwa, eine Verpackung zu verbessern, macht sie diese leichter und günstiger, fragt aber nicht, ob die Materialien gesund sind oder wiederverwertet werden können. Sie setzt bekannte Muster fort, nur effizienter.
Entscheidend sind daher Werte, Systemdenken und die Bereitschaft zum kulturellen Wandel. Welche Fragen stellen wir der KI? Welche Entscheidungen können wir an sie abgeben – und welche müssen wir bewusst selbst treffen?
Wer diese Richtung vorgibt, kann KI vielfältig einsetzen: beim Entwickeln kreislauffähiger Produkte, beim Prüfen von Materialien auf ihre Gesundheit, bei digitalen Produktpässen, die offenlegen, was in einem Produkt steckt, beim intelligenten Sortieren von Wertstoffen und bei Geschäftsmodellen, in denen Nutzung statt Besitz im Vordergrund steht. Die zentrale Botschaft: KI allein schafft keine Kreislaufwirtschaft – aber sie kann eine gewollte Kreislaufwirtschaft in großem Maßstab möglich machen.
Weitere Veranstaltungen
Von Workshops bis Weiterbildung, von Kinderprogrammen bis KI-Kursen für Senior*innen, von Achtsamkeitsübungen zu Aha-Momenten – wir bieten ein vielseitiges Programm für alle Generationen.



