Mit Anmeldung

DEEPFAKE OHNE KI - Echte Bilder, falsche Geschichten. Ein Fotoworkshop für Jugendliche

November 22, 2026
,
13:15–16:15 Uhr
LIFE HAMBURG Campus, Werner-Otto-Straße 21-27, 22179 Hamburg
LIFE HAMBURG
DEEPFAKE OHNE KI - Echte Bilder, falsche Geschichten. Ein Fotoworkshop für Jugendliche

SYNOPSIS
DIE ILLUSION ALS NORMALZUSTAND
Warnungen vor „Fake News” bleiben oft abstrakt. Dieser Workshop dreht die Didaktik um: vom passiven Konsumenten zum aktiven Fälscher. Wer eine glaubwürdige Falschmeldung einmal selbst gebaut hat, kennt die Handgriffe und erkennt sie wieder, wenn andere sie anwenden. Deshalb endet der Workshop nicht mit der Fälschung, sondern mit ihrer Enttarnung. Aus der eigenen Produktion und ihrer Zerlegung entsteht eine Form von Medienkompetenz, die nicht nur auf Wissen beruht, sondern auf Erfahrung.
DAS UNBEARBEITETE BILD ALS BEWEIS
Die Debatte über Bildfälschung konzentriert sich heute stark auf KI und digitale Bildbearbeitung. Täuschung braucht jedoch weder das eine noch das andere. Sie entsteht durch Standpunkt, Ausschnitt, Inszenierung und durch den Satz, der neben dem Bild steht. In diesem Workshop wird kein einziges Pixel verändert. Es gibt keine Bildbearbeitung, keine Filter, keine KI; der Ausschnitt entsteht in der Kamera. Die Bilder bleiben echt, und gerade deshalb wird sichtbar, wie leicht ein echtes Bild zum scheinbaren Beleg einer erfundenen Behauptung wird.
WAS PASSIERT
Der Workshop beginnt, bevor er beginnt. Noch beim Ankommen erzählt die Workshopleitung beiläufig eine kleine Geschichte zu einem eigenen Foto. Niemand ahnt, dass sie erfunden ist. Aufgelöst wird sie erst am Ende, als erste Fälschung des Tages.
In einer Live-Demonstration verwandelt sich ein gewöhnlicher Stein Schritt für Schritt in einen vermeintlichen Meteoriten. Dabei lernen die Teilnehmenden die fünf Werkzeuge der analogen Täuschung kennen: Ausschnitt, Standpunkt, Inszenierung, Behauptung und Framing.
Anschließend suchen die Teams ein möglichst banales Motiv, inszenieren und fotografieren es und formulieren dazu eine Meldung im Stil einer weitergeleiteten Messenger-Nachricht, mit erfundenem Absender, genauer Uhrzeit und einem eingebauten Prüfblocker. Zu jeder Fälschung gehört ein Gegenschuss: ein zweites Foto, das zeigt, was der Ausschnitt verschweigt.
Dann tauschen die Teams. Jede Meldung wird von einem anderen Team untersucht: Was zeigt das Bild wirklich? Was behauptet nur der Text? Wie sieht es jenseits des Bildrands aus? Erst danach zeigen die Fälscher ihren Gegenschuss.
Am Ende hängen Fälschung und Wirklichkeit als Paare an der Wand. Dort wird auch die Geschichte vom Anfang aufgelöst, und dasselbe Foto erhält drei verschiedene Bedeutungen, ohne dass sich ein Pixel verändert.
WAS BLEIBT
Ziel des Workshops ist Medienkompetenz durch eigene Erfahrung, und zwar von beiden Seiten. Die Teilnehmenden erleben, wie Standpunkt, Bildauswahl und Sprache die Wahrnehmung eines realen Bildes verändern. Sie erleben aber auch, wie es sich anfühlt, selbst getäuscht zu werden, ohne es zu bemerken. Aus diesem Erlebten formulieren sie ihre eigenen drei Prüffragen und nehmen sie mit.
Wer diesen Mechanismus einmal selbst hergestellt, am eigenen Leib erfahren und anschließend wieder zerlegt hat, begegnet Bildern und ihren Behauptungen künftig mit einer anderen Frage:
Woran erkenne ich, dass das, was ich sehe, tatsächlich das bedeutet, was man mir dazu sagt?
LERNZIELE
Die Teilnehmenden können die fünf Werkzeuge analoger Bildtäuschung benennen, anwenden und in fremden Bildern erkennen: Ausschnitt, Standpunkt, Inszenierung, Behauptung und Framing. Sie können unterscheiden, was ein Bild tatsächlich zeigt und was ein Text ihm zuschreibt. Sie erfahren, wie Emotionen, Vertrauen und Beiläufigkeit die eigene Prüfbereitschaft senken. Sie formulieren aus dem Erlebten eigene Prüffragen und nehmen sie als Werkzeug mit. Der Workshop bezieht sich auf den KMK-Kompetenzrahmen „Bildung in der digitalen Welt”, insbesondere auf die Bereiche Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren (Quellen kritisch bewerten), Produzieren und Präsentieren sowie Analysieren und Reflektieren.
ABLAUF
Phase 1 | 0:00–0:15 | Ankommen und Rahmen
Noch während des Ankommens zeigt die Workshopleitung einzelnen Teilnehmenden beiläufig ein eigenes, unbearbeitetes Foto einer Pferdekoppel im Abendlicht und erzählt eine erfundene Geschichte dazu: Das Land sei an Investoren verkauft, geplant sei ein Wellnesshotel, und dass die Pferde bleiben dürfen, sei nur mündlich zugesagt. Kein Nachdruck, sofort weiter. Danach folgen die Begrüßung, die Pixel-Regel (keine Bearbeitung, keine Filter, keine KI, der Ausschnitt entsteht in der Kamera), die Grenzregel und die Bildung von zwei bis drei Teams.
Phase 2 | 0:15–0:35 | Werkzeugkasten
In einer Live-Demonstration wird ein gewöhnlicher Stein in fünf aufeinander aufbauenden Schritten zum vermeintlichen Meteoriten: ein Makro-Ausschnitt, der Hand und Raum verschwinden lässt, eine Froschperspektive, eine Inszenierung mit Erde und Lineal, eine Behauptung mit genauer Uhrzeit und ein Framing mit unprüfbarer Quelle und Aufruf zum Weiterleiten. Nach jedem Schritt überlegt die Gruppe, welche Geschichte das Bild jetzt erzählt. Am Ende stehen Ausgangs- und Endbild nebeneinander. Die Werkzeugkarte bleibt für den Rest des Workshops an der Wand.
Phase 3 | 0:35–1:25 | Produktion
Die Teams suchen ein möglichst banales Motiv, entscheiden sich für eine Emotion und fassen ihre Behauptung in einen einzigen Satz. Dann inszenieren und fotografieren sie unter Einsatz von mindestens drei Werkzeugen. Zu jedem Fake-Foto entsteht ein Gegenschuss, der die Wirklichkeit hinter dem Ausschnitt zeigt. Die Meldung wird auf einer Messenger-Karte formuliert: erfundener Absender, Uhrzeit, höchstens drei Sätze, mindestens ein Prüfblocker. Die Rückseite jeder Karte trägt die Auflösung.
Pause | 1:25–1:35
Die Workshopleitung druckt die Bilder und legt bei der Geschichte vom Anfang beiläufig nach, mit einem zweiten Detail und einer erfundenen Quelle: Die Besitzerin der Pferde habe erzählt, die Bagger kämen schon im Frühjahr.
Phase 4 | 1:35–2:10 | Enttarnung
Die Teams tauschen ihre Meldungen ohne Gegenschuss. Jede Person notiert zuerst allein ihr Bauchgefühl, dann untersucht das Team die Meldung mit einem Detektivprotokoll: Was zeigt das Bild wirklich? Was behauptet nur der Text? Welche Werkzeuge stecken darin? Welcher Satz soll das Prüfen verhindern? Zum Schluss skizzieren die Detektive, wie es jenseits des Bildrands aussehen könnte. Erst nach ihrer Präsentation zeigen die Fälscher ihren Gegenschuss, der direkt mit der Skizze verglichen wird.
Phase 5 | 2:10–2:35 | Die Wand und die Auflösung
Fälschung und Gegenschuss hängen als Paare an der Wand. Dann kommt das Koppel-Foto ohne Text dazu. Die Gruppe beschreibt nur, was wirklich zu sehen ist, und stößt auf die Frage, woran man im Bild erkennt, dass hier ein Hotel geplant ist. Die Geschichte vom Anfang wird als erste Fälschung des Tages aufgelöst, gemeinsam und ohne dass jemand vorgeführt wird. Anschließend erhält dasselbe Foto nacheinander drei Bildunterschriften, die Empörung, Rührung und Neugier auslösen. Kein Pixel verändert, nur der Satz darunter.
Phase 6 | 2:35–2:50 | Prüfroutine
Aus den Spuren der Enttarnung und der Erfahrung mit der Koppel formulieren die Teilnehmenden drei gemeinsame Prüffragen in eigenen Worten. Jede Person schreibt sie von Hand auf eine Karte im Scheckkartenformat. Deren Rückseite zeigt das Koppel-Foto mit dem Satz: „Kein Investor. Kein Hotel. Nur drei Pferde.”
Abschluss | 2:50–3:00
Zeitpuffer für die Phasen 3 und 4. Wenn Zeit bleibt, folgt eine Abschlussrunde mit einem Satz pro Person: „Was glaube ich ab heute nicht mehr sofort?”
GRENZREGEL UND SCHUTZKONZEPT
Gefälscht wird über Dinge, Orte und Situationen, nie über reale Personen. Auf den Bildern sind keine Gesichter erkennbar. Behauptungen über Gewalt, Krankheit oder die eigene Schule werden von der Workshopleitung umgelenkt. Fotografiert wird ausschließlich mit Workshop-Geräten, nichts wird verschickt oder gepostet. Jede Messenger-Karte trägt auf ihrer Rückseite die Auflösung, sodass keine Fälschung den Raum ohne ihre Wahrheit verlassen kann. Die Geschichte vom Anfang ist bewusst harmlos gewählt: ohne Ortsangabe, ohne reale Personen, ohne politischen Bezug. Ihre Auflösung erfolgt gemeinsam und großzügig, niemand wird einzeln vorgeführt, und die Workshopleitung benennt sich selbst als Urheber der Täuschung. Die Bilder werden nach dem Workshop von den Geräten gelöscht. Eine Dokumentation erfolgt nur mit Einverständnis der Erziehungsberechtigten.

Mit Anmeldung
No items found.
November 22, 2026
,
13:15–16:15 Uhr
LIFE HAMBURG Campus, Werner-Otto-Straße 21-27, 22179 Hamburg
LIFE HAMBURG
Unser Programm

Weitere Veranstaltungen

Von Workshops bis Weiterbildung, von Kinderprogrammen bis KI-Kursen für Senior*innen, von Achtsamkeitsübungen zu Aha-Momenten – wir bieten ein vielseitiges Programm für alle Generationen.

Kinder in Bewegung
Veranstaltung
Mit Anmeldung
Kostenlos

Ferienprogramm Herbstferien - Dein Überblick

2026-10-19
19.10.2026
•
TBD
verschiedene Zeiten
In den Herbstferien wartet auf euch eine vielfältige Mischung aus Kreativität, Bewegung, Natur, Kochen, Programmieren und Tüfteln.
Familie | Kinderangebote
Ernährung | Gesundheit
Bewegung | Sport
Mehr erfahren
Frauen in bunten Kleidern stehen lachend in einer Gastroküche
Veranstaltung
Mit Anmeldung
Ausgebucht

Kochen mit Hülsenfrüchten – zu Gast bei Chickpeace

2026-10-23
23.10.2026
•
TBD
17:30–19:30 Uhr
Kochen mit Chickpeace und mehr über die Superkräfte der Hülsenfrüchte erfahren.
Ernährung | Gesundheit
Nachhaltigkeit | Umwelt | Zukunft
Mehr erfahren
Aus Pappe gebastelte 2d Bagger
Veranstaltung
Mit Anmeldung
Kostenlos

Ferienprogramm. Fantasiemaschinen aus Karton. Tüfteln, Bauen, Ausprobieren

2026-10-23
23.10.2026
•
TBD
09:30–13:30 Uhr
Oktoberferienprogramm. Ein Workshop zum Basteln für Kinder von 8 bis 12 Jahren.
Familie | Kinderangebote
Bildung | Wissen
Handwerk | Tüfteln | Kreativität
Mehr erfahren
No items found.
DEEPFAKE OHNE KI - Echte Bilder, falsche Geschichten. Ein Fotoworkshop für Jugendliche
DEEPFAKE OHNE KI - Echte Bilder, falsche Geschichten. Ein Fotoworkshop für Jugendliche
DEEPFAKE OHNE KI - Echte Bilder, falsche Geschichten. Ein Fotoworkshop für Jugendliche
DEEPFAKE OHNE KI - Echte Bilder, falsche Geschichten. Ein Fotoworkshop für Jugendliche
DEEPFAKE OHNE KI - Echte Bilder, falsche Geschichten. Ein Fotoworkshop für Jugendliche
DEEPFAKE OHNE KI - Echte Bilder, falsche Geschichten. Ein Fotoworkshop für Jugendliche